Das Wort Blogbeitrag in weißer Schrift auf lilafarbenem Untergrund. Im Hintergrund die Stadt Leipzig.

Wozu eigentlich noch CSDs?

Die CSD-Woche in Leipzig ist in vollem Gange und wird am Samstag mit einem Straßenfest auf dem Augustusplatz und dem großen Demozug durch die Innenstadt ihren Höhepunkt finden. Auch wir von der Piratenpartei werden mit einem Stand auf dem Straßenfest präsent sein.

Einige mögen sich jetzt vielleicht fragen, warum dieser ganze Rummel veranstaltet wird. Sind wir nicht längst alle gleichberechtigt und haben wir als Gesellschaft nicht schon genug für die queere Community getan? Die Antwort ist leider: Nein.

Es mag aufgrund der gestiegenen Repräsentanz in den Medien und allgemein im öffentlichen Raum manchmal so wirken, als können wir es gut sein lassen mit CSD, queer pride usw., aber die Realität ist leider eine andere.

In zu vielen Bereichen werden queere Menschen noch immer diskriminiert. Die strukturelle Bevorzugung von Heterosexualität prägt große Teile unserer Gesellschaft, zum Nachteil aller, die davon abweichen. Das zeigt sich in Mikroaggressionen (die nicht immer Absicht sein müssen, sondern auch aus Gedankenlosigkeit heraus entstehen bzw. aufrgund der Tatsache, dass wir Heterosexualität vom Kindesalter an als Norm präsentiert bekommen), im rechtlichen Kontext und durch strukturelle Ausschlüsse (z.B. fehlende Repräsentation in Gesundheitsbroschüren oder fehlende Sensibilisierung bei Fachkräften). Zudem steigt die Gewalt gegen queere Menschen seit Jahren immer weiter an.

Auch 2025 sind laut den Bundesweiten Fallzahlen zu politisch motivierter Kriminalität des Bundeskriminalamtes und des Bundesministeriums des Inneren queerfeindliche Straftaten traurigerweise erneut stark gestiegen.

Im Unterthemenfeld „Geschlechtsbezogene Diversität“ wurden 1.294 Straftaten (davon 112 Gewaltdelikte) erfasst. Im Unterthemenfeld „sexuelle Orientierung“ werden 2.070 Straftaten (284 Gewaltdelikte) erfasst.

Dabei wird von den Sicherheitsbehörden eine zunehmende Mobilisierung rechtsextremistischer Gruppierungen gegen die queere Community beobachtet. (Quelle)

Die Dunkelziffer dürfte zudem noch deutlich höher sein, da viele Straftaten gar nicht erst angezeigt werden (z.B. aufgrund von Angst oder Resignation).

Daher ist es wichtig, dass wir uns in großer Zahl hinter oder besser schützend vor die queere Community stellen, ihr Sichtbarkeit geben, Queerness im Alltag normalisieren, sie als Teil einer bunten und vielfältigen Gesellschaft feiern und gemeinsam für die Rechte queerer Menschen einstehen.

Das gilt auch für uns in den Parteien. Dass der KV Leipzig, zusammen mit dem LV Sachsen, regelmäßig auf dem CSD präsent ist, ist natürlich auch Parteiwerbung. Wir würden lügen, wenn wir was anderes behaupten würden. Gleichzeitig ist es uns aber auch ein Anliegen zu zeigen, dass wir selbst uns, je nach Mitglied, als Teil der Community bzw. als Allies betrachten sowie klarzustellen, dass die Politik die Bedürfnisse und die Sicherheit der queeren Community ernst nehmen muss.

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